Aug
22
2008
2

509

Früher, als ich Köln nur hin und wieder besuchte und noch nicht bewohnte, gehörte es bei jedem Besuch dazu, den Dom zu erklimmen. Es war mir gewissermaßen ein tiefes inneres Bedürfnis und ohne diesen Ausflug über die Dächer der Stadt, schien mir irgendetwas zu fehlen. Der Dom kam mir vor, wie ein guter Freund und ich hatte Freude daran, ihm ‘auf’s Dach zu steigen’ und bildete mir ein, er freue sich über meine Anwesenheit ebenso.

Daran erinnerte ich mich heute morgen, als ich im Nieselregen vor diesem imposanten Bauwerk stand. Seit fast zehn Jahren wohnst Du jetzt hier …, dachte ich so. Eine verdammt lange Zeit …, dachte ich so. Und dann wurde mir bewußt, dass ich die 509 Treppenstufen bis zur Domspitze, das letzte Mal betreten hatte, als ich Köln das letzte Mal besuchte. Es kam mir vor, als sei es gestern gewesen.

Zehn Jahre können vergehen, wie im Flug!, dachte ich so und sah beschähmt zu Boden, … so wie man eben zu Boden sieht, wenn einem bewußt wird, dass man einen guten Freund vergessen hat.

Aug
15
2008
0

Andere Saiten aufziehen

Das habe ich gestern getan. Wurde auch Zeit. Und nein, es handelt sich nicht um einen Schreibfehler in der Überschrift, sondern um meine Gitarre, die ich gestern ziemlich verstaubt vom Hochbett (dient gewissermaßen als ‘Abstellraum’) geholt habe, um sie mit neuen Saiten zu beziehen. Die G-Saite war vor längerer Zeit gerissen. Komisch. Es reißt immer nur die G-Saite. Ich besitze diese Gitarre schon mindestens fünfzehn Jahre und es war immer nur die G-Saite, die irgendwann das Zeitliche segnete. Geht das nur mir so?
Egal. Jedenfalls hat das gute Stück jetzt wieder neue Saiten und ich brauche jetzt neue Nerven, weil ich völlig aus der Übung bin und mir schwer fällt, was früher ein Leichtes war. Fragt sich nur, ob man Nerven auch so einfach neu aufziehen kann.
Erstmal einen Kaffee jetzt. Kuchen gibt’s dann später.

Aug
08
2008
7

Die haben doch wohl ein Ei am wandern

Und wenn es darüber seit gestern schon hunderte von Blogeinträgen auf dieser Welt gibt … hundert sind einfach nicht genug und deswegen muss ich auch noch meinen Senf dazu kundgeben. Mir sind ja gestern beim Hören des allmorgendlichen Radioprogramms vor Schreck und Fassungslosigkeit fast die Ohrmuscheln abgefallen! Und Ihr fragt Euch sicher: Ja worum verdammt geht es denn hier überhaupt? Und ich sage Euch: Es ist nicht die Frage, worum es geht, sondern ob es überhaupt noch geht!

Politiker unseres Landes sorgen sich um ihren Nachwuchs … also den Nachwuchs allgemein, was ja an sich auch sehr lobenswert ist, aber was sie sich nun in ihrer grenzenlose Sorge um die Zukunft der kleinen Mitbürger unseres Landes ausgedacht haben, ist Eiersalat. Im wahrsten Sinne des Wortes sozusagen.

Spielzeug in Verbindung mit Nahrungsmitteln soll der Gar ausgemacht werden! Grundsätzlich ja pädagogisch ausgesprochen wertvoll, wäre da nicht … das Überraschungsei. Seit 1975 begleitet uns dieser kleine Stimmungsaufheller mit “Spannung, Spiel und Schockolade”. Ich bin jetzt dreißig Jahre alt und das Teil gab es mein ganzes Leben und nun soll das alles vorbei sein?!

Natürlich war das mal wieder nur eine Schnaps-Idee (Schokoladeneier mit alkoholischer Füllung würde ich mal sagen) und hat sich auch schon wieder erledigt, was Euch jetzt glücklicherweise davor bewahrt, einen ernsten Vortrag lesen zu müssen, in dem es um die Frage geht: “Ja, gibt’s denn nichts Wichtigeres auf dieser Welt?!” und um das Thema “Die Häufigkeit der Todesfälle bei Kindern durch Spielzeug in Verbindung mit Nahrungsmitteln im Vergleich zu Todesfällen bei Kindern in Verbindung mit Erwachsenen”.

Was die können, kann ich übrigens auch und fordere hiermit weniger “Spiel, Spannung und Schokolade” im Bundestag! Zuviel davon ist nämlich nicht gut für’s Gehirn!

Dieses ganze Zeug hier hält seit dem 27. Juli 2008 die Menschheit in Atem. Das (c) liegt bei mir und das Theme hat er gezaubert.
Und wer es brauch', ein Impressum gibt es auch. Noch Fragen?